Auf einen Äppelwoi mit Patrick Lange

Als Ausnahmesportler und dreifacher Ironman-Weltmeister ist Patrick Lange auf der ganzen Welt unterwegs — und im Herzen doch Hesse geblieben

Patrick Lange Ironman-Weltmeister

Dreimal Ironman-Weltmeister, ungebrochener Streckenrekord auf Hawaii, viele weitere Erfolge: Patrick ist Weltklasse-Sportler mit hessischen Wurzeln. Unzählige Trainingsstunden und seine ersten Wettkämpfe absolvierte er im Waldecker Land. Heute ist er neben der sportlichen Karriere als Speaker und Autor tätig.

Patrick, wenn Du an Hessen denkst: Welches Bild hast Du im Kopf?
Ganz klar: Fachwerkhäuser, Edersee und meine Kindheit in Bad Wildungen. Ich sehe sofort die hügelige Landschaft vor mir, den Wald, in dem ich meine ersten Runden auf dem Rad gedreht und unzählige Trainingskilometer gesammelt habe. Hessen hat für mich etwas sehr Bodenständiges. Ehrlich, herzlich und naturverbunden. Heimat. 

Prägt Dich diese Heimat heute noch – im Sport und privat?

Absolut. Ich glaube, die Werte, mit denen ich in Hessen aufgewachsen bin – Verlässlichkeit, Fleiß und unerschütterliche Bodenständigkeit – begleiten mich bis heute. Gerade im Leistungssport, wo es oft um große Ziele und Erfolge geht, hilft mir das, den Blick für das Wesentliche nicht zu verlieren. Und privat merke ich immer wieder: Egal, wie weit ich reise, ich bleibe ein Hesse im Herzen.

Welche Region hat es Dir besonders angetan?
Ich mag den nordhessischen Mix aus Wald, Hügeln und Feldern. Es ist keine spektakuläre Landschaft im touristischen Sinn wie der Edersee, aber sie hat etwas sehr Echtes. Als Radfahrer liebe ich die kleinen, kurvigen Straßen durchs Waldecker Land. Und Darmstadt spielt für mich eine große Rolle, dort habe ich nicht nur trainiert, sondern auch einfach viele Jahre mit tollen Menschen verbracht.

Gibt es ein typisch hessisches Gericht, das Du mit Kindheit und Zuhause verbindest?
Definitiv grüne Soße! Am besten mit Pellkartoffeln und Eiern, der absolute Klassiker, das ist für mich Kindheit pur. Wenn ich den Geruch von frischen Kräutern in der Nase habe, bin ich sofort wieder zu Hause.

Was darf bei einem Besuch in der alten Heimat nicht fehlen? 
Ein Besuch bei Familie und Freunden, gutes Essen, gute Gespräche und eine Stracke* aus der Metzgerei meines Onkels.  (*eine Art der Ahlen Wurst)

Wie steht’s mit dem Äppelwoi? 
(lacht) Sagen wir so: Ich habe es versucht! Mein erster Äppelwoi war auf einem Stadtfest, und ich war nicht sofort überzeugt. Aber inzwischen gehört’s hin und wieder einfach dazu. Ein Stück Hessen-Kultur. Ab und zu trinke ich gern mal einen, aber in Maßen.

Hast Du zum Schluss noch einen besonderen Tipp für unsere Leser? 
Ein echter Geheimtipp sind die Naturlodges Edersee Hemfurt. Wenn das Licht über den See fällt und alles in warmen Farben leuchtet, das ist pure Ruhe. Mit etwas Glück sieht man sogar Rehe am Waldrand. Für mich einer der schönsten Orte Hessens.