Grimm-Geschichte, Uni-Flair, bezauberndes Fachwerk: Tipps für ein perfektes Marburg-Wochenende

Auf Kurzbesuch in Marburg

Am Freitagnachmittag erreichen wir Marburg. In der kleinen, verwinkelten Universitätsstadt an der Lahn verschmelzen hessische Geschichte und quirliges studentisches Leben seit Jahrhunderten miteinander. Unser erstes Ziel liegt in der Wettergasse: das Café Klingelhöfer, eine Institution in Marburg – und der perfekte Ort, um unsere ortskundige Begleiterin zu treffen. Annette Klingelhöfer hat Marburg in den Genen und darf sich noch dazu mit einem besonderen Titel schmücken: Sie ist Deutschlands erste Schokoladen-Sommelière. 

Marburg bedeutet für mich Heimat. Und Freundschaft zu vielen Partnerinnen und Partnern, mit denen wir gemeinsam diese Stadt noch schöner machen!

Annette Klingelhöfer verzaubert Kunden mit ihren Schokoladenkreationen. Sie führt die Konditorei Klingelhöfer, die seit 1887 in Familienbesitz ist

Süßer Auftakt in der Wettergasse

„Ich lebe für Schokolade!“, erklärt sie lachend, während wir Kuchen, Torten und Pralinen in der Auslage bestaunen. „Ich bin praktisch in der Konditorei aufgewachsen und habe sehr früh diese Leidenschaft entdeckt.“ Bevor wir den  Stadtrundgang starten, lassen wir uns ein Stück ihrer handgefertigten, von Natur aus pinkfarbenen Ruby-Schokolade mit fruchtigen Aromen auf der Zunge zergehen – köstlich! Vom Café aus schlendern wir die Wettergasse weiter entlang in südlicher Richtung und sind mittendrin im Bilderbuch-Marburg.

Hinein in die Oberstadt

©stock.adobe.com/Matthias
Oberstadt: schmale Gassen, viele Treppen, kurze Wege: Die Stadt ist wie gemacht dafür, sie zu Fuß zu erkunden
©stock.adobe.com/philipus
Landgrafenschloss: Die pittoreske Altstadt ist an den Berg gebaut und zieht sich über gut 100 Höhenmeter zum Schloss hinauf
©stock.adobe.com/maylat
Grimm-dich-Pfad: Die Geißlein und der Wolf beobachten das Geschehen auf dem Weg zur Altstadt
© Marburg Stadt und Land Tourismus /Henrik Isenberg
Kasematten, Schlossanlage: Die unterirdischen Verteidigungsanlagen können im Rahmen einer Führung besichtigt werden
© Marburg Stadt und Land Tourismus / Alexander Conrads
Faszinierender Tiefblick in den Gewölbekellern: Fast 100 Meter weit reicht der Schlossbrunnen hinunter

In der gesamten Altstadt, die an den Schlossberg gebaut ist, reihen sich bunte – mitunter charmant schiefe – Fachwerkhäuser. Zahlreiche Restaurants, Cafés und kleine Geschäfte machen es leicht, hier Stunden zu verbummeln und die ansteckend fröhliche Atmosphäre zu genießen. Doch wir ziehen weiter, denn wir wollen hinauf zu Marburgs Wahrzeichen: dem über der Altstadt auf einem Felsen thronenden Landgrafenschloss. Auf dem Weg kommen wir gleich mit den wohl  berühmtesten einstigen Studenten Marburgs in Berührung: den Brüdern Grimm. Ihnen hat die Stadt mit dem Grimm-Dich-Pfad ein Denkmal errichtet, das sich über zwei Kilometer und 15 Skulpturen sowie historische Orte erstreckt. An der Schlosstreppe passieren wir Rotkäppchens Picknickkorb, kurz darauf einen riesigen goldenen Schuh –
Aschenputtel lässt grüßen. Während wir nach den Figuren Ausschau halten, vergeht der Aufstieg zum Schloss fast wie von selbst. Oben angekommen atmen wir durch und lassen den Blick auf die verwinkelte Stadt unter uns und in das liebliche Lahntal hinein auf uns wirken. Im Fürstensaal und in der Schlosskapelle kannst Du bedeutende Schauplätze hessischer Geschichte besichtigen. 

Samstag: Markt, Natur, Kultur

© Marburg Stadt und Land Tourismus
Neuer Botanischer Garten: Der malerische Garten mit Schmetterlingshaus liegt auf den Lahnbergen östlich der Stadt
©stock.adobe.com/EKH-Pictures
Treffpunkt in der Oberstadt: Der Marktbrunnen auf dem Marktplatz zeigt den heiligen Georg als Drachentöter
© Marburg Stadt und Land Tourismus
Alte Universität: Landgraf Philipp der Großmütige gründete die Uni im Jahr 1527. Sie prägt die Stadt bis heute: Etwa ein Drittel der Marburger Einwohner sind Studierende
© Marburg Stadt und Land Tourismus
Auf der Lahn: Das Lahnschiff Elisabeth fährt von April bis Oktober – vorausgesetzt, das Wetter spielt mit
© Marburg Stadt und Land Tourismus
Das spätgotische Rathaus am Marktplatz prägt seit 500 Jahren das Bild der Stadt
© Marburg Stadt und Land Tourismus
Viel Wasser, viel Grün, viel Fachwerk: Stadt und Natur verbinden sich ganz selbstverständlich
© Waggonhalle Marburg
Kabarett, Theater, Literatur und mehr: Das Kulturzentrum Waggonhalle ist eine feste Größe in Marburg

Der Samstag beginnt auf dem Südstadtmarkt, wo rund 50 Stände frisches Obst, Blumen, Käse und regionale Spezialitäten anbieten. Danach treffen wir Annette wieder: Zum zweiten Frühstück im Café Klingelhöfer in der Haspelstraße gibt es herzhafte Avocadostulle und himmlische Nusskringel. Während wir genießen, erzählt sie: „Marburg bedeutet für mich Heimat. Und Freundschaft zu vielen Partnerinnen und Partnern, mit denen wir gemeinsam diese Stadt noch schöner machen!“ Ein Beispiel: das jährliche Schokoladenfest, das sie gemeinsam mit Marburg Tourismus ins Leben gerufen hat. Später spazieren wir durch die Lahnwiesen und fühlen uns für einige entschleunigende Momente mitten in der Natur. Mit Blick auf den Fluss beginnt auch der Abend: mit einem Aperitif in der gemütlichen Villa Biedermeier, bevor wir im Restaurant Mizu kulinarisch und atmosphärisch in die asiatische Welt eintauchen. Wer kulturelle Höhepunkte erleben möchte, besucht eine Vorstellung im Hessischen Landestheater oder das urban-charmante Kulturzentrum Waggonhalle in einem ehemaligen Bahndepot.  

Am Sonntag schließlich erleben wir beim Bummel über den Marktplatz ein Schauspiel, das zu jedem Marburg-Besuch gehört: Zur vollen Stunde ertönt an der Rathausuhr ein Glockenton und ein Gockel aus Kupfer schlägt laut krähend seine Flügel. Zum Abschluss flanieren wir durch den Alten Botanischen Garten am Fuße der Altstadt. Ein guter Moment, um zwischen  betagten Bäumen und moderner Architektur der neuen Uni-Bibliothek schon vom nächsten Marburg-Besuch zu träumen. 

Weitere Informationen

Weitere Informationen, Tipps und Vorschläge findest du hier.
marburg-tourismus.de